500 Millionen aus Abu Dhabi und der Chip‑Deal: Korruptionsvorwürfe gegen Trump
Was ist passiert?
Laut Recherchen des Wall Street Journal kaufte eine Gruppe um Abu‑Dhabi‑Prinz Sheikh Tahnoon bin Zayed Al Nahyan Anfang 2025 eine 49‑prozentige Beteiligung an World Liberty Financial, einem Krypto‑Startup der Trump‑Familie und des Immobilienunternehmens von Steve Witkoff. Der Deal belief sich auf insgesamt 500 Millionen Dollar; etwa 187 Millionen Dollar sollten sofort an Trump‑Familien‑Unternehmen fließen und mindestens 31 Millionen an Witkoff‑nahe Firmen. Wochen nach dem Investment traf Tahnoon Präsident Trump und Steve Witkoff im Weißen Haus; zwei Monate später genehmigte die Administration die Ausfuhr von rund 500.000 der fortschrittlichsten KI‑Chips pro Jahr an die Vereinigten Arabischen Emirate.
Warum das wichtig ist
Kritiker sehen in der Abfolge von Zahlung, Treffen und anschließender Chip‑Freigabe ein mögliches Quid‑pro‑quo. Aktivisten und Journalisten bezeichneten den Vorgang als Bestechung; Jesse Eisinger von ProPublica und David Axelrod sprachen von einem historischen Skandal. Ex‑Abgeordneter Tom Malinowski warnte, Zahlungen könnten nachträglich als Korruption gewertet werden und zu Sanktionen nach dem Global‑Magnitsky‑Gesetz sowie zum Einfrieren von Vermögen in den USA führen.
Hintergrund: Chips, Interessen und Dollar‑Geopolitik
Die freigegebenen Chips sind zentrale Bausteine für moderne KI‑Rechenzentren – Rechenkapazität, die Firmen und Staaten für Anwendungen wie autonome Logistik, Präzisionslandwirtschaft, medizinische Diagnostik und Finanzdienste brauchen. Frühere US‑Regierungen hatten Exporte blockiert aus Sorge, die Technologie könne an Konkurrenten wie China weitergereicht werden. Beobachter wie Navin Girishankar vom CSIS sehen in dem Schritt auch wirtschaftsstrategische Ziele: Zugang zu US‑Compute könne mit Bedingungen verknüpft werden, etwa der Abrechnung von KI‑Exports in US‑Dollar oder sogar durch dollar‑gedeckte Stablecoins.
Folgen, Risiken und Marktwirkungen
Die Kombination aus großem Auslandskapital und sensiblen Technologieexporten schwächt die öffentliche Vertrauensbasis und erhöht regulatorische Risiken für beteiligte Unternehmen. Ein künftiger Regierungswechsel könnte zu Ermittlungen, Sanktionen und Vermögenssperren führen; auch geopolitisch erhöht sich das Risiko, dass Spitzentechnologie in rivalisierende Hände gelangt. Zugleich beleuchtet der Fall, wie Finanzinteressen, Technologiepolitik und geopolitische Dollar‑Strategien ineinandergreifen – mit Wirkung auf Technologie‑märkte und internationale Zahlungsarchitekturen.
Wie siehst du die Zukunft von US‑Technologieexporten und politischer Einflussnahme?