Cognitive Bloom: Ein KI-Gerät, das mentale Daten als lebenden Garten zeigt
Was ist passiert?
Designbüro Map Project Office und Lovelace Research haben gemeinsam mit Chanwoo Lee das Konzept Cognitive Bloom vorgestellt — ein Gerät, das mentale Wellnessdaten in eine virtuelle Pflanzenlandschaft übersetzt. Statt Diagrammen oder Prozentangaben zeigt das Ambient‑Display Probleme als gelbe Blätter, Wachstum als Knospen und Wohlbefinden als blühende Pflanzen. Das Ergebnis ist bewusst weniger technisch und stärker intuitiv: Pflanzen‑Metaphern machen innere Zustände unmittelbar erfassbar und reduzieren Komplexität.
Warum das jetzt wichtig ist
Die Idee kommt zu einem Zeitpunkt mit wachender Sorge um kognitive Abnahme und digitale Erschöpfung — Probleme, die durch ständige Benachrichtigungen und schnelle Interfaces verstärkt werden. Cognitive Bloom bietet eine Gegenstrategie: Es priorisiert Entschleunigung, Achtsamkeit und das bewusste Nachdenken über das eigene Befinden. Damit stellt das Konzept die dominante Logik vieler heutiger KI‑Produkte in Frage, die auf sofortige Antworten, Engagement‑Metriken und konstante Produktivität ausgerichtet sind.
Technisches und strategisches Designverständnis
Das Projekt arbeitet mit einer starken Human‑Centered‑Design‑Perspektive: Chanwoo Lee — Lehrender am Imperial College London und Royal College of Art — verbindet Forschung zu Mensch‑KI‑Interaktion mit Designstrategie. Die Visualisierung als Ökosystem ist zentral: Pflanzen brauchen Wasser, Licht und Pflege — eine einfache Analogie, die Nutzende zu regelmäßigem, aktivem Umgang mit ihren Daten einlädt. Als spekulatives Konzept legt Cognitive Bloom eher einen Entwurf vor als eine fertige technische Lösung; praktische Implementierung bleibt offen.
Chancen, Risiken und Marktfolgen
Cognitive Bloom eröffnet ein anderes Narrativ für persönliche KI: Weg von Aufmerksamkeitsökonomie, hin zu Wohlbefinden und langfristiger Gewöhnungsbildung. Chancen liegen in einer neuen Ritualkultur, die Selbstbeobachtung fördert und möglicherweise psychische Resilienz stärkt. Risiken bestehen darin, dass das Projekt als Konzept bleiben könnte und reale Datenschutz‑, Validitäts‑ oder Nutzungsprobleme noch ungelöst sind. Trotzdem reiht sich Cognitive Bloom in eine wachsende Bewegung ein, die ethischere, menschenzentrierte KI‑Designs fordert und die Erwartungen an Technologie neu definiert.
Würdest du einer solchen, auf Achtsamkeit ausgerichteten KI vertrauen?
Quelle: https://www.yankodesign.com/2026/02/10/ai-device-turns-your-mental-health-data-into-a-living-garden/