Matthew McConaughey schützt Stimme und Bild: Markenrecht gegen Deepfakes
Was ist passiert?
Der Oscar‑Preisträger hat mehrere Clips, darunter seinen Kult‑Satz „alright, alright, alright“ aus Dazed and Confused (1993), im Datenbestand des US Patent and Trademark Office registrieren lassen, wie das Wall Street Journal berichtet. Die Einträge wurden über den kommerziellen Arm der Just Keep Livin Foundation eingereicht, einer Stiftung, die McConaughey mit seiner Frau Camila gegründet hat. Seine Anwälte sagen, es sei das erste Mal, dass ein Schauspieler versucht, Markenrecht gezielt gegen KI‑Missbrauch seiner Person einzusetzen; bislang gebe es jedoch keine konkreten Fälle von manipulierten Auftritten des Schauspielers.
Warum das wichtig ist
Prominente sehen sich zunehmend mit Deepfakes und synthetischen Stimmen konfrontiert — von Scarlett Johansson, die 2024 empörte über eine OpenAI‑Chatbotstimme, bis zu Vorwürfen gegen X‑Tools, die explizite Clips von Taylor Swift erzeugt haben. Große Studios wie Disney und Universal zogen im Juni 2025 vor Gericht gegen den Bildgenerator Midjourney, den sie als "bottomless pit of plagiarism" bezeichneten. McConaughey selbst fasst seine Motivation knapp: Er will, dass seine Stimme und sein Bild nur mit seiner Zustimmung verwendet werden und damit "ein klarer Perimeter um Eigentum" gezogen wird.
Strategie und technischer Hintergrund
Der ungewöhnliche Rechtsansatz setzt auf Markenrecht statt auf rein urheberrechtlichen Schutz: Marken können Nutzung und Kontrolle an Bedingungen knüpfen, die bei KI‑Produkten relevant sind. UCL‑Dozentin Alina Trapova, die seit Jahren zu Urheberrecht und KI forscht, sieht darin einen neuen Weg für Prominente, verlorene Lizenzmöglichkeiten zurückzugewinnen und Reputationsrisiken abzuwehren. McConaughey ist kein generativer‑KI‑Gegner: Er hält Anteile an ElevenLabs, einem Anbieter für KI‑Stimmen, und hat dort eine AI‑Audioversion seiner Stimme mit Erlaubnis erstellen lassen.
Chancen, Risiken und Marktfolgen
Wissenschaftler wie Dr. Sandra Wachter (Oxford) erwarten, dass weitere Kreative ähnliche Schritte unternehmen könnten, weil es einfach ist, Modelle mit fremdem Material zu trainieren. Markenanmeldungen können kurzfristig Durchsetzung und Monetarisierung erleichtern, langfristig aber auch juristische Lücken und Durchsetzungsprobleme aufwerfen, etwa grenzüberschreitend oder bei anonymen Online‑Anbietern. Sollte der Ansatz Schule machen, könnte er eine neue Lizenz‑Ökonomie um Prominenten‑Likeness entstehen lassen — oder zu komplexen Rechtsstreitigkeiten zwischen Plattformen, Rechteinhabern und KI‑Firmen führen.
Wie siehst du die Zukunft von Prominentenrechten im Zeitalter der KI?