Meta patentiert KI, die Nutzeraccounts – sogar nach dem Tod – weiterführt
Was ist passiert?
Meta hat ein Patent mit dem Titel „Simulation of a user of a social networking system using a language model“ angemeldet. Die darin beschriebene KI analysiert historische Daten wie Posts, Kommentare sowie Audio‑ und Videoinhalte, um ein digitales Abbild eines Nutzers zu erzeugen, das posten, liken und kommentieren kann. Ziel ist, Profile auch bei Inaktivität oder nach dem Tod weiterzuführen und so Interaktionen auf Meta‑Plattformen aufrechtzuerhalten.
Warum das relevant ist
Für Meta steht Engagement im Vordergrund: aktive Profile bedeuten mehr Interaktionen und damit stärkere Plattformbindung. Die Technologie könnte Influencern, Marken und öffentlichen Persönlichkeiten helfen, auch während Abwesenheiten sichtbar zu bleiben. Gleichzeitig berührt sie intime Bereiche des Lebens: Privatsphäre, Nachlassrechte und die Art, wie Menschen mit Trauer umgehen.
Wie die KI technisch vorgeht
Laut Patent nutzt das System fortgeschrittene Sprachmodelle und maschinelles Lernen, um Muster im Kommunikationsstil eines Nutzers zu erkennen. Es bezieht nicht nur Text, sondern auch Multimedia‑Beiträge ein, um Tonfall, Präferenzen und Verhaltensmuster nachzubilden. Trotz dieser Datenfülle bleiben Authentizität und die Tiefe menschlicher Kommunikation eine Herausforderung für KI‑Nachbildungen.
Mögliche Anwendungen
Einsatzszenarien reichen von der automatisierten Pflege von Influencer‑Accounts bis zur Simulation historischer Persönlichkeiten für Bildung und Unterhaltung. Auch die Idee, Angehörigen durch Interaktion mit einem KI‑Modell eines Verstorbenen Trost zu spenden, wird explizit genannt. Ob solche Anwendungen breite Akzeptanz finden, hängt stark von Regulierung, Transparenz und ausdrücklicher Zustimmung der Betroffenen ab.
Risiken, ethische und rechtliche Fragen
Kritische Punkte sind fehlende explizite Einwilligung, Verletzung von Post‑Mortem‑Rechten und die Möglichkeit von Missbrauch zur Impersonation oder Manipulation. Historische Versuche, etwa Microsofts Patent aus 2021 für Chatbots zu verstorbener Personen, stießen auf heftige Kritik und zeigen, wie emotional belastend solche Systeme sein können. Um Schaden zu vermeiden, sind klare Richtlinien, robuste Consent‑Mechanismen und öffentliche Debatten nötig.
Wie siehst du die Zukunft solcher digitalen Abbilder – solltest du der Technologie vertrauen?
Quelle: https://www.geeky-gadgets.com/meta-user-simulation-patent/