Regeln aus der Maschine: US-Verkehrsministerium will Vorschriften mit Google Gemini schreiben

Regeln aus der Maschine: US-Verkehrsministerium will Vorschriften mit Google Gemini schreiben

Was ist passiert?

Bei einer Präsentation im Dezember zeigte das Verkehrsministerium (DOT), wie Google Gemini Vorschläge für Notices of Proposed Rulemaking generieren kann. DOT-Anwalt Daniel Cohen warb intern für die „revolutionäre“ Möglichkeit, Regeltexte schneller zu erstellen, und General Counsel Gregory Zerzan berichtete, Präsident Trump sei „sehr begeistert“ von dem Vorhaben. Laut Sitzungsnotizen sollen Ideen in 30 Tagen zu einem vollständigen Entwurf reifen und „es sollte nicht länger als 20 Minuten dauern, um einen Entwurf aus Gemini zu bekommen.“

Warum das relevant ist

DOT-Regeln betreffen den sicheren Betrieb von Flugzeugen, den Zustand von Pipelines und den Transport giftiger Stoffe – Fehler können also Menschenleben kosten. Mitarbeiter berichten von großer Sorge darüber, dass Sprachmodelle wie Gemini zu Halluzinationen neigen und komplexe Rechtsfragen nicht zuverlässig abdecken. Gleichzeitig hat das Ministerium seit der Rückkehr Trumps etwa 4.000 von rund 57.000 Stellen netto verloren, darunter mehr als 100 Anwälte, was Kritiker wie den ehemaligen KI-Chef Mike Horton als riskant einstufen.

Technischer und strategischer Hintergrund

Gemini ist ein sogenanntes Large Language Model, das große Textmengen reproduzieren, aber auch fehlerhafte oder erfundene Fakten erzeugen kann. Bei der internen Demo behauptete der Präsentator, Gemini könne 80–90 Prozent der Arbeit beim Verfassen von Regeltexten übernehmen; echte Regeltexte wie der Code of Federal Regulations fehlten allerdings teilweise. Die Trump-Administration hat mit mehreren Executive Orders, einem Memo des OMB-Direktors Russell Vought und einem AI Action Plan den Einsatz von KI in der Verwaltung forciert, und innerhalb des DOT sprechen Verantwortliche offen von einer „schnellen Adoption“.

Chancen, Risiken und mögliche Folgen

Befürworter sehen Zeitersparnis und Entlastung bei monotonen Aufgaben: Wenn Menschen die KI streng beaufsichtigen, könnte sie als Recherche- und Formulierungshilfe nützlich sein. Kritiker warnen, dass eine zu starke Delegation an Systeme ohne menschliche Expertise die Qualität von Regeln untergräbt und rechtlich angreifbar macht; Professorin Bridget Dooling mahnt zu großer Skepsis. Außerdem gibt es Hinweise auf politisches Kalkül: Zerzan sagte, es gehe weniger um perfekte Regeln als darum, „die Zone zu überfluten“ – ein Ansatz, der Quantität vor Qualität stellt.

Würdest du einer KI vertrauen, Regeln für Flugzeuge oder Pipelines zu schreiben?

Quelle: http://www.propublica.org/article/trump-artificial-intelligence-google-gemini-transportation-regulations

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By Admin FoxifAI