Regierung fordert: Tech-Firmen sollen Strom für neue KI‑Kraftwerke zahlen
Was genau passiert ist
Hohe Vertreter der Trump‑Administration und Gouverneure aus beiden Parteien unterzeichneten in der Nähe des Weißen Hauses im Eisenhower Executive Office Building eine gemeinsame Erklärung mit Prinzipien für das PJM‑Netz. Energy Secretary Chris Wright und Interior Secretary Doug Burgum traten zusammen mit Virginia‑Gouverneur Glenn Youngkin sowie den Demokraten Wes Moore (Maryland) und Josh Shapiro (Pennsylvania) auf. Die Vereinbarung fordert, dass Technologieunternehmen die Kosten für neue Kraftwerke in der PJM‑Region tragen und ruft PJM zu einer Notkapazitätsauktion auf, um Haushalte vor steigenden Kapazitätspreisen zu schützen. Das National Energy Dominance Council nannte zudem eine Übereinkunft mit mehreren Staaten für über 15 Milliarden Dollar an neuen Erzeugungsprojekten.
Warum das für Verbraucher und Wirtschaft relevant ist
PJM Interconnection versorgt nach Angaben der Erklärung mehr als 67 Millionen Menschen in 13 Bundesstaaten und im District of Columbia; das Netz steht damit im Mittelpunkt jeder größeren Nachfrageverschiebung. Die Administration macht den erwarteten Boom an KI‑Rechenzentren für einen zusätzlichen Lastanstieg verantwortlich, der Kapazitätskosten treiben könnte – Kosten, die oft von Endkunden getragen werden. Gouverneur Wes Moore warnte, dass Familien und Unternehmen verlässliche, bezahlbare Energie brauchen, und Josh Shapiro verweist auf seinen Rechtsstreit gegen PJM aus 2024, mit dem er Preiserhöhungen stoppen wollte.
Technischer und strategischer Hintergrund
PJM hat angekündigt, sofort Maßnahmen zu ergreifen, um zusätzliche Lasten zu decken: eine sofortige Initiierung zur Absicherung weiterer Leistung und ein ‚backstop generation procurement process‘ für kurzfristige Zuverlässigkeitsbedarfe. Kapazitätsauktionen sind Instrumente, mit denen Versorger sichern, dass genügend Erzeugung vorhanden ist – sie beeinflussen jedoch auch die Verteilung der Kosten zwischen Erzeugern, großen Abnehmern wie Rechenzentren und Verbrauchern. Die Erklärung erwartet außerdem, dass die Rechenzentrumsbranche ‚konstruktiv‘ zur Lösung von Zuverlässigkeits‑ und Bezahlbarkeitsproblemen beiträgt.
Chancen, Risiken und Marktauswirkungen
Positiv wäre, dass zusätzliche Investitionen – die Verwaltung nennt über 15 Milliarden Dollar – den Netzausbau und kurzfristig die Versorgungssicherheit stärken könnten. Risiken bestehen darin, dass sich die Kostenverteilung zuungunsten der Verbraucher verschieben könnte, wenn große Tech‑Kunden nicht ausreichend zur Finanzierung beitragen oder Rechtsstreitigkeiten die Umsetzung verzögern. Marktseitig kann ein verpflichtender Kostenanteil für Rechenzentren Standortentscheidungen beeinflussen und langfristig die Preisbildung im PJM‑Raum verändern; politische Koalitionen aus Republikanern und Demokraten zeigen jedoch, wie drängend das Problem wahrgenommen wird.
Würdest du Tech‑Firmen für den Netzausbau bezahlen lassen oder halten sie die öffentliche Hand dafür verantwortlich?
Quelle: https://www.cbsnews.com/news/ai-plants-pjm-energy-prices-governors/