Warum Meta Manus für über 2 Milliarden kauft — Das Startup hinter dem "general" AI‑Agenten
Ein schnelles Intro: Ein Mega‑Deal, ein kühner Agent
Meta kauft Manus — ein Kaufpreis von über 2 Milliarden Dollar und damit einer der auffälligsten Übernahmen von 2025. Manus hatte Anfang des Jahres für Aufsehen gesorgt, als es einen autonomen "general" AI‑Agenten vorstellte, der Aufgaben selbstständig ausführen kann: von Lebenslauf‑Screenings über Börsenanalysen bis hin zu Design‑ und Rechercheaufgaben. Dieser Deal ist mehr als eine Finanzmeldung: er verbindet Technologie, Talent, Umsätze und geopolitische Fragen.
Was ist Manus eigentlich?
Manus wurde von Butterfly Effect gegründet und trat im März mit einem selbstständigen AI‑Agenten an die Öffentlichkeit. Das Unternehmen beschreibt seinen Agenten als "general" — also ein System, das nicht nur auf eine Nische spezialisiert ist, sondern unterschiedliche Aufgaben autonom übernehmen soll. Seit dem Launch hat Manus Funktionen erweitert: Nutzer können den Agenten mit Designaufträgen, Präsentationen, Datenanalysen oder webbasierten Tasks beauftragen. In frühen Tests war die Idee ambitioniert, die Umsetzung jedoch mitunter noch holprig (z. B. Halluzinationen von Daten).
Konkrete Fähigkeiten — wie ein AI‑Assistent in Aktion aussieht
Damit das abstrakt bleibt: Manus kann z. B. automatisch Kandidaten‑Lebensläufe vorfiltern, Markt‑ und Wettbewerbsrecherchen durchführen, einfache Finanzanalysen erstellen, Code schreiben oder Slides und Designvorschläge generieren. Der Agent arbeitet teilweise selbstständig im Browser und kann mehrstufige Aufgaben ausführen — das macht ihn für Unternehmen attraktiv, die Routine‑ und Rechercheaufgaben auslagern wollen.
Die Gründer und das Team: junge KI‑Talente mit China‑Erfahrung
Manus wurde von Xiao Hong (auch "Red" genannt), Ji Yichao ("Peak Ji") und Zhang Tao gegründet. Xiao ist CEO von Butterfly Effect, hat Software Engineering studiert und zuvor Produkte wie den WeChat‑Assistenten Yi Ban entwickelt. Ji war technischer Leiter und die öffentliche Figur bei Manus’ Präsentation — er wurde unter anderem bei MIT Technology Review als Innovator ausgezeichnet. Zhang stammt aus Produktrollen u. a. bei ByteDance und Tencent. Manus beschäftigt rund 105 Mitarbeiter in Singapur, Tokio und San Francisco und plant ein Büro in Paris.
Wirtschaftliche Eckdaten: Umsatz, Finanzierung, Wachstum
Trotz seines jungen Alters meldete Manus einen starken Umsatzlauf: über 100 Millionen Dollar Annual Recurring Revenue (ARR) und eine Gesamtumsatz‑Run‑Rate von mehr als 125 Millionen Dollar. Im April hatte das Unternehmen 75 Millionen Dollar bei Benchmark eingesammelt — bei einer Bewertung von etwa 500 Millionen Dollar. Diese Kennzahlen machen Manus nicht nur technologisch, sondern auch kommerziell für Käufer interessant.
Warum Meta zugreift: Technologie, Distribution und Einnahmen
Meta nennt als Motivation, Manus‑Technologie zu nutzen, um general‑purpose AI‑Agenten in seine Apps und Services zu skalieren. Für Meta bringt Manus gleich mehrere Vorteile: sofort nutzbare Agenten‑Technik, ein zahlender Kundenstamm und ein Team mit Erfahrung im Agentenbau. Meta plant, Manus als eigenständiges Produkt zu belassen, will die Technologie aber in sein breiteres AI‑Portfolio integrieren — ein Modell, das sowohl kurzfristig Umsatz steigern als auch langfristig Wettbewerbsvorteile sichern kann.
Chinas Einfluss, Sicherheitssorgen und das Ende der Verbindungen
Weil Manus in China gegründet wurde, stand das Startup unter politischer Beobachtung. US‑Politiker wie Senator John Cornyn fragten, ob US‑Kapital in Firmen mit China‑Beziehungen fließen sollte. Meta betonte, die Übernahme werde alle verbliebenen chinesischen Eigentums‑Interessen beenden: Manus werde Dienste in China einstellen (einschließlich der früheren Erweiterung Monica), relevante Mitarbeiter werden umgesiedelt und es soll keinen Zugriff der in Meta integrierten Mitarbeiter auf bestehende Kundendaten geben. Geo‑Blocking der Modelle bleibt bestehen. Diese Zusicherung zielt darauf ab, regulatorische und sicherheitspolitische Bedenken abzufedern.
Was der Deal für die KI‑Landschaft bedeutet
Kurzfristig ist das ein strategischer Kauf: Meta stärkt seine Position im Rennen um nützliche, handlungsfähige Agenten. Langfristig zeigt der Deal einige Trends: 1) Konsolidierung von Spezial‑KI in Big Tech, 2) die wirtschaftliche Reife von Agenten‑Produkten (erste hohe Umsätze), 3) geopolitische Spannungen rund um Talent, Daten und Eigentum. Für Unternehmen bedeutet das: Agenten werden bald alltäglich in Produktiv‑Workflows eingesetzt — zugleich steigt der Druck auf Regulierung, Datensouveränität und Transparenz.
Fazit — schnelles Wachstum, hohe Erwartungen, klare Risiken
Manus ist ein Beispiel für ein modernes KI‑Start‑Up: schnell gewachsen, kommerziell relevant und technologisch ambitioniert. Meta kauft nicht nur Technologie, sondern auch Kunden, Umsätze und ein Team, das Agenten bauen kann. Doch die Reise ist noch nicht vorbei: technologische Reife (Halluzinationen, Zuverlässigkeit), regulatorische Fragen und geopolitische Sensibilitäten bleiben die großen Unsicherheitsfaktoren. Für Nutzer und Beobachter gilt: Agenten könnten bald einen echten Produktivitätsboost bringen — vorausgesetzt, Unternehmen und Regulatoren finden Wege, Sicherheit und Vertrauen sicherzustellen.
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