Wenn Spenden Macht verschleiern: Wie Jeffrey Epstein Wissenschaft einspannte
Was ist passiert?
Als die Epstein‑Akten Anfang 2026 veröffentlicht wurden, fanden sich dort überraschend viele Namen aus der Wissenschaft, etwa der Informatiker Scott Aaronson, der laut Akten 26‑mal auftaucht, obwohl er Epstein nie persönlich getroffen hat. Epstein trat als Mäzen auf, ließ sich von Dritten kontaktieren und finanzierte unter anderem eine exklusive Physikkonferenz 2006. Seine Zuwendungen an Universitäten und Forscher beliefen sich über Jahre auf Millionen, waren aber oft in vergleichsweise kleinen Beträgen gestückelt – ein Muster, das Aufmerksamkeit und Nähe erzeugte, ohne große Alarmglocken auszulösen.
Warum das relevant ist
Philanthropie deckt schätzungsweise mindestens 20 Prozent der Forschungsfinanzierung an US‑Institutionen, und diese Gelder unterliegen nur begrenzter staatlicher Kontrolle. Rob Reich von der Stanford University nennt Philanthropie deshalb „eine bedeutende Form von Macht“, weil mangelnde Transparenz öffentlichen und rechtlichen Prüfungen im Wege steht. Viele Wissenschaftler stehen ohnehin unter Förderdruck; Angebote von angeblichen Mäzenen werden dann schnell als verlockende Möglichkeit wahrgenommen, wie der frühere Dekan der Harvard Medical School Jeffrey Flier erklärt.
Wie das System Epstein half
Es gibt kein einheitliches Meldesystem für private Spenden, und gesetzliche Offenlegungspflichten sind begrenzt – die Entscheidung, einen Geldgeber zu prüfen, liegt bei Universitäten und einzelnen Fakultäten. Manche Hochschulen publizieren zwar Spenderlisten und Richtlinien und betreiben Reputationsprüfungen, wie Roger Ali von der Association of Fundraising Professionals betont, doch oft konzentriert sich die Kontrolle auf besonders große Gönner. Epstein nutzte zudem Mittelsmänner und verteilte kleinere Beträge, wodurch seine Zuwendungen weniger auffällig blieben.
Chancen, Risiken und mögliche Folgen
Die Gefahr ist, dass Spenden zur Reputationwäsche werden: Die Fälle Epstein und zuvor die Familie Sackler zeigen, wie Geld Einfluss und Ansehen kaufen kann. Rob Reich fordert deshalb verbindliche Transparenz – insbesondere bei privaten Universitäten: offenlegen, wer wie viel gibt und welche Einschränkungen an das Geld geknüpft sind. Zwar haben einige Hochschulen nach Epsteins Enthüllungen mehr Offenheit versprochen, strukturelle Reformen sind aber bisher begrenzt, weshalb das Risiko einer Wiederholung bestehen bleibt.
Wie siehst du die Rolle von Großspendern in der Wissenschaft?
Quelle: https://www.npr.org/2026/03/30/nx-s1-5753946/science-jeffrey-epstein-mit-exploit-donors-philanthropy